Das Baskenland – zwischen Nordspanien und dem Südosten Frankreichs – ist geprägt vom kräftigen Grün der Natur, einer eigenständigen Sprache und Kultur und einer gewaltigen Sehnsucht nach Selbstbestimmung: Der baskische Komponist Francis Lopez (1916 – 1995) wird spätestens seit „La belle de Cadix“ oder „Le Chanteur de Mexico“ mit dem unvergesslichen Startenor Luis Mariano (1914 – 1970) nicht nur im Baskenland als Operettenkönig verehrt.
Leitung: Neil Beardmore
Regie: Matthias Schillmöller
Videoinstallationen: Jan Deichner
Klavier: Didier Puntos
Produktion: Les Dominicains de Haute-Alsace
Mehr Infos auf der Website von Les Dominicains
Die "Oberbadische" hat heute mit harten Kommentaren auf die Beschränkungen für Pressefotografen bei den kommenden Marktplatz-Konzerten mit Tracy Chapman und Ich+Ich reagiert. Ich habe den beiden Journalisten wie folgt geantwortet:
Pressefreiheit bei den Stimmen-Konzerten
Sehr geehrte Frau Hauger, Sehr geehrter Herr Neidinger,
den Unmut, den vertragliche Auflagen von Künstlern hinsichtlich ihres Rechts am Bild bei Journalisten auslösen, kann ich als ehemaliger Journalist und Veranstalter durchaus verstehen. Es ist auch nicht so, dass wir diese Beschränkungen rechtfertigen oder dass wir als Veranstalter nicht alles unternehmen, um die Freiheit der Berichterstattung vollumfänglich zu ermöglichen.
Allerdings sind unsere Möglichkeiten, „den verpflichteten Sängern klar (zu) machen, wie wertvoll Pressefreiheit ist“ beschränkt. Der Grund dafür liegt nicht in mangelndem Bewusstsein über Gefahren jeder Einschränkung der Pressefreiheit, sondern in der rasanten Entgrenzung und im Missbrauch dieser Freiheit durch neue Medien und die damit verbundenen neuen technischen Möglichkeiten.
Nehmen Sie – um nur ein aktuelles Beispiel aus dem Umfeld des Stimmen-Festivals zu nennen – Ihre eigene Homepage. Auf dem Banner „Hier geht’s zur Fotogalerie“ werben Sie mit einem Foto von Pink, das beim Stimmen-Festival aufgenommen wurde. Haben Sie das Recht, dieses Foto für Werbezwecke auf Ihrer Homepage zu verwenden, von der Künstlerin erworben? Oder verstecken sich da nicht unter dem Deckmantel der Pressefreiheit längst kommerzielle Zwecke?
Ein weiteres Beispiel: alle Zeitungen drucken die beim Festival entstandenen Künstlerfotos mittlerweile nicht nur in der Zeitung ab, sondern veröffentlichen sie in den Fotogalerien ihrer Webseiten, weil sie ihnen dort eine hohe Frequenz bringen. Diese zusätzlichen Verwertungen gehen weit über die bisher bekannten Möglichkeiten der Presseberichterstattung hinaus. Noch gravierender wird diese unabgeklärte Auswertung von Künstlerfotos, wenn diese – wie in der Fotogalerie der Badischen Zeitung – auch noch als e-card versendet werden können, wenn diese Künstlerfotos also fern jeder Presseberichterstattung für die Verwertung im weltweiten Internet frei gegeben werden.
Ist es vor diesem Hintergrund verwunderlich, wenn Künstler ihr Recht am Bild anders geregelt wissen möchten als in den längst vergangenen Zeiten, als das gedruckte Foto sld Teil der Berichterstattung in der Zeitung die einzige Form der Verwertung durch Journalisten war?
Als Veranstalter teilen wir die Auffassung, dass der Gesetzgeber von der technischen Entwicklung in gewissem Sinne überrollt worden ist, dass es bezüglich der Auswertung von Künstlerfotos ebenso grundlegend neuer Regeln bedarf wie hinsichtlich der Abgeltung von Urheberrechten bei der Verbreitung von Audio- und Videofiles im Internet. Dies sind nur zwei von vielen Beispielen, in denen die technischen Möglichkeiten sich vervielfacht haben, ohne dass der Gesetzgeber entsprechend Regelungen getroffen hat. Die Leidtragenden dieser Situationen sind die Künstler, die Kreativen, diejenigen, die den sogenannten „content“, die musikalischen, literarischen oder sonstigen Inhalte und mit diesen das „Augenpulver“ produzieren, das allüberall als Verkaufsanreiz oder zur Steigerung der Quoten verwertet wird. Ihre Rechte werden in der derzeitigen Situation mit Füssen getreten.
Ihre Empörung greift viel zu kurz. Das bloße Verteidigen der Pressefreiheit ist vor diesem Hintergrund gleichbedeutend mit dem Anspruch auf grenzenlose und unentgeltliche Verwertung von Bildaufnahmen. Dass Künstler sich davor schützen wollen und gelegentlich übers Ziel hinausschießen, mag ärgerlich sein, ist vor dem Hintergrund der gesetzlichen Grauzone aber viel nachvollziehbarer als Sie es darstellen. Ist es wirklich so unverständlich, wenn ein Künstler eine Kopie der bei seinem Konzert entstandenen Fotos verlangt, wenn der gleiche Fotojournalist diese zwei Stunden nach dem Konzert bereits zur freien Verfügung ins Internet stellt?
„Sie sollten also vorsichtig sein, wenn Sie auf den Alten Markt gehen, um „Stimmen“ zu erleben.“ Nicht nur diese Aufforderung an die Besucher unseres Festivals schießt vor dem beschriebenen Hintergrund weit übers Ziel hinaus. Er ignoriert die realen Probleme hinsichtlich der der Verwertung von Bildern. Etwas mehr Nachdenken statt vorschneller Empörung wäre der Sache angemessener, auch und gerade im Dienste der Pressefreiheit.
Mit freundlichen Grüssen
(Helmut Bürgel)
Reinhören auf: myspace.com/scottmatthewmu
Ansehen auf YouTube: Scott Matthew - White Horse
Tickets online kaufen: www.stimmen.com
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