Buchempfehlungen: Science-Fiction #1
Nachdem mich Julia gefragt hat, ob ich ihr mal ein gutes Science-Fiction-Buch empfehlen könnte, hab ich mir mal ein paar Gedanken gemacht und eine kleine Liste von Büchern zusammengetragen, die einen Platz auf meiner All-Time-Favorite-Liste haben.
Die folgende Liste basiert natürlich auf meinem persönlichen Geschmack, aber ich glaube dass man guten Gewissens sagen kann, dass alle Einträge - zumindest unter Berücksichtigung des Hintergrunds und der Zeit in der sie geschrieben wurden - Klassiker sind, oder zumindest Bücher, die von einer ganzen Menge von Menschen geschätzt werden. Kleine, unbekannte empfehlenswerte Stories oder Bücher finden sich hier also nicht. Das hier ist mehr der große Rundumschlag über Asimov, Heinlein, Niven, ... bis hin zu Scalzi
Aber die Liste ist nicht nur subjektiv, sondern erst auch mal unvollständig. Da meine Zeit begrenzt ist, versuche ich sie mal in kleineren Päckchen mit ~3 Büchern über die nächsten Tage/(Wochen?) zu posten. Gegebenenfalls kombiniere ich die einzelnen Posts dann später mal und packe sie irgendwo hin, wo man sie einfach findet.
Den Anfang machen Asimov und Heinlein. Verlinkt hab ich jeweils die Originalversionen. Bei den meisten Büchern sind die deutschen Übersetzungen auch ganz ok.

Isaac Asimov

I, Robot (1950)

“I, Robot” ist eine Kurzgeschichten-Sammlung von (Sir) Isaac Asimov, einem der Großväter der Hard-Science-Fiction. Alle enthaltenen Kurzgeschichten drehen sich um die berühmten 3 Gesetze der Robotik, die Asimov hier eingeführt hat:
  1. A robot may not injure a human being or, through inaction, allow a human being to come to harm.
  2. A robot must obey the orders given it by human beings except where such orders would conflict with the First Law.
  3. A robot must protect its own existence as long as such protection does not conflict with the First or Second Laws.
Die Gesetze klingen einleuchtend und klar formuliert - aber es ist erstaunlich, in welche Probleme man trotzdem laufen kann...
“It is the obvious which is so difficult to see most of the time. People say 'It's as plain as the nose on your face.' But how much of the nose on your face can you see, unless someone holds a mirror up to you?” ― Isaac Asimov, I, Robot

Robert A. Heinlein

The Moon Is a Harsh Mistress (1966)

“The Moon Is a Harsh Mistress” von Heinlein ist eines seiner bekanntesten Werke und vermutlich dasjenige, welches am stärksten von seinem Hang zum Libertarismus geprägt ist. Die Story des Buches handelt von einer Revolte der Mondkolonien. Die Geschichte selbst ist in drei “Bücher” unterteilt:
  • “That Dinkum Thinkum” beschreibt die Gesellschaft in der der Ich-Erzähler Mannie (ein “Loonie”) lebt und seine Beziehung zu Mike, dem Zentralcomputer, der ein eigenes Bewusstsein und einen recht eigenwilligen Sinn für Humor entwickelt hat.
  • Das zweite Buch “A Rabble in Arms” behandelt die sorgfältig vorbereitete Durchführung der Revolution, berichtet aus der Sicht von Professor La Paz. Auf der Erde stoßen La Paz und Mannie auf wenig Gegenliebe und werden festgenommen - ein Vorstoß, der die verschiedenen Fraktionen der Loonies vereint, während die Meinung der Erdbewohner zur Unabhängigkeit des Mondes zunehmend gespalten wird.
  • “TANSTAAFL!” (There Ain’t No Such Thing As A Free Lunch!) schließt als drittes Buch mit Kampfhandlungen zwischen Erde und Mond, dem Ergebnis derselben und einem Ende, das hier natürlich nicht vorweg genommen werden soll
There ain't no such thing as a free lunch.
Basierend auf dem vorgegebenen Hintergrund der Mondkolonien (deportierte Verbrecher/unangepasste Menschen, lebensfeindliche Umgebung, verschobenes Geschlechterverhältnis) werden Heinlein-typisch verschiedene unorthodoxe Gesellschaftsordnungen und Familienstrukturen eingeführt, und die Hauptfiguren haben genug Platz um seine Ideen von freidenkenden, individualistischen Familien-Clans und staatlicher Unabhängigkeit zu diskutieren.

The Door into Summer (1957)

“The Door into Summer” ist vielleicht eines meiner liebsten Heinlein-Werke. Das mag mit Pete, der Katze der Hauptperson Dan zusammenhängen.
Das gesamte Intro gefällt mir so gut, dass ich es vor geraumer Zeit schon einmal an dieser Stelle veröffentlicht habe.
Dan ist Erfinder und hat den großen Wurf gemacht - er hat einen perfekten Haushaltsroboter erfunden. Bevor er sich jedoch an seinem Erfolg erfreuen kann, wird er von seiner Verlobten und seinem Geschäftspartner übers Ohr gehauen und in einen 30-jährigen Kälteschlaf getrickst.
If you would know a man, observe how he treats a cat.
Die Zukunft im Jahr 2000 in dem Dan wieder aufwacht ist allerdings verwirrend - sie macht erst mehr Sinn, als Dan zur Erkenntnis kommt, dass es eine (recht eingeschränkte) Möglichkeit der Zeitreise gibt. Die nutzt er dann natürlich als er die Chance dazu erhält und schafft es aus der Vergangenheit heraus, die Zukunft zu verändern.