Zur Absage der Veranstaltung „Wonach sieht's denn aus?“ im Baumberger Bürgerhaus:
Kunst im Allgemeinen wie auch Kabarett im Besonderen soll und darf provozieren. Das ist deshalb wichtig, weil Provokation zum Nachdenken anregt. Die Monheimer Kulturwerke werden auch in Zukunft ein vielfältiges, meinungsfreudiges und in Teilen provokantes Programm durch das Engagement verschiedenster Künstlerinnen und Künstler auf die örtlichen Bühnen bringen.
Herr David (Künstlername Kay Ray) h...at jedoch in verschiedenen Interviews, zuletzt in der Rheinischen Post von Mittwoch, sowie in der Ankündigung seines Programms „Wonach sieht's denn aus?“ gezeigt, dass sich in seinen Auftritten die kommerzielle Provokation in einen Bereich jenseits der Grenze des politischen Rechtspopulismus verschiebt.
So lässt er sich in der Rheinischen Post wie folgt zitieren: „Auch geht mir das Rechtsbashing total auf die Nerven. Irgendwann steht Deutschland unter Wasser, weil die Pole schmelzen, aber wir merken es nicht, weil wir gerade mal wieder gegen Rechts demonstrieren.“ - Nun stellen der Einsatz für Klimaschutz und das Engagement gegen Rechtsextremismus überhaupt keinen Widerspruch dar. Herr David, der von sich selbst schreibt, dass er keine Angst vor „Applaus von der falschen Seite“ habe, bedient indes leider ein bekanntes Muster rechtspopulistischer Argumentation - nämlich die, dass auch Rassismus und rechte Parolen von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt seien.
Es lässt sich nicht rechtfertigen, dass Monheim am Rhein als eine „Stadt für alle“, die sich aktiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus ausspricht, eine Veranstaltung ausrichten soll, die die Grenzen des Diskurses in erheblicher Weise nach rechts verschiebt und die Gefahr des Rechtsextremismus in unzulässiger Weise verharmlost. Dabei lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich Herrn David mitnichten - wie von ihm behauptet - mit einem Auftrittsverbot belegt habe. Dazu habe ich überhaupt nicht die Mittel. Ich habe lediglich dafür gesorgt, dass sich die Monheimer Kulturwerke als städtische Tochtergesellschaft von ihrer Rolle als Veranstalterin der von Herrn David verantworteten Vorstellung zurückziehen.
Darüberhinaus habe ich Herr David über die Monheimer Kulturwerke ausrichten lassen, dass ich ihm trotz des Stadtfestes für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung stehe. Wenn Herr David dieses Angebot ausschlägt, beweist er umso mehr, dass ihm die Provokation lediglich als Marketinginstrument und nicht als künstlerisches Mittel dient.
AUFTRITTSVERBOT (gerne teilen)
Ich hatte mich so auf den Auftritt in Monheim gefreut. Leider wurde er vom dortigen Bürgermeister verboten. Hier Auszüge aus dem ...Schreiben vom Veranstalter an mein Management:
"wie telefonisch besprochen, muss ich Dir mitteilen, dass die Veranstaltung mit Kay Ray am 15.06.2019 im Bürgerhaus Baumberg leider nicht stattfinden kann, da der Bürgermeister der Stadt Monheim am Rhein, Herr Daniel Zimmermann, einen Auftritt des Künstler verbietet. Herr Zimmermann hat sich über das Interview mit Kay Ray in der Rheinischen Post vom 12.06.2019 sehr geärgert und war sehr erbost über die Aussage �Irgendwann steht Deutschland unter Wasser, weil die Pole schmelzen, aber wir merken es nicht, weil wir gerade mal wieder gegen Rechts demonstrieren."
Es tut mir sehr leid, vielleicht sieht man sich ja zum Eis essen in Monheim, oder am nächsten Tag in Essen. Da spiele ich ja in der Zeche Carl. Ich werde meinen freien Tag in Monheim geniessen. Hotel ist ja gebucht.
Entschuldigt bitte. Euer Kay