Eigentlich wollte ich an der Uni Hamburg mit Studierenden auf Einladung der LHG diskutieren. Das hat die Verwaltung nicht genehmigt. Frau Wagenknecht und Herr Kühnert waren da, später galten neue Regeln... also haben wir heute nicht IN der Uni diskutiert, sondern VOR der Uni eine Aktion gemacht. Hier meine Thesen dazu:
1. Wenn die Uni neuerdings keine Veranstaltungen mit Mandatsträgern genehmigt, akzeptiere ich zwar diese Regel. Sie ist aber falsch. Wir brauchen mehr Debatten… und nicht weniger. Angehende Akademiker haben ein kritisches Urteilsvermögen!
2. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Sie ist bei uns formal garantiert, muss aber auch praktisch gelebt werden. In Hamburg wird Bernd Lucke von linken Gruppen an seiner Vorlesung gehindert - als AfD-Politiker habe ich ihn in der Sache bekämpft, aber der Bürger und Professor darf nicht mundtot gemacht werden.
3. Meinungsfreiheit ist keine Freiheit von Kritik. Im Gegenteil lebt die Debatte von Widerspruch. In Zeiten von Shitstorms rate ich aber zu mehr Respekt und dem Verzicht auf das bewusste Missverstehen-Wollen, nur um sich empören zu können.
4. Wir erleben seit einigen Jahren eine Ausweitung des Sagbaren von Rechts - mit Tabubrüchen, bewusst verletzenden Aussagen und offen völkischem Denken. Gleichzeitig (und teils als Reaktion) gibt es von Links eine hypersensible Bewachung politischer Korrektheit. Wer sich zum Bespiel bei Migration und Klima vom Mainstream entfernt, der gerät schnell in Generalverdacht und steht in der Gefahr, als relevante Stimme aus dem Diskurs ausgeschlossen zu werden.
5. Frau Fegebank, die grüne Wissenschaftssenatorin, war vor Ort. Das war nett. Ich hätte gerne auch mit ihr öffentlich diskutiert. Leider musste sie vor Beginn schon los.
Wie seht Ihr das? CL


