
Kassam-Raketen und Parkplätze
Ein Anstoß durch eine Fehlinterpretation kam gerade durch einen FB-Kommentar. Das ist vielen vielleicht gar nicht bewusst:
Die Hamas baut die Raketen selber. (Hisbollah nur zum Teil.)
Diese werden Kassam-Raketen genannt. Inzwischen gibt es verschiedene.
Diese Raketen sind ungelenkt.
Das bedeutet, man berechnet die ungefähre Reichweite anhand von Sprit, Flugbahn, Gewicht und Winkel, und dann geht es los.
Man geht davon aus, dass die Hamas dieses Know-How vom Iran hat. Aber es ist nicht so, als wenn es im Gazastreifen keine Ingenieure gäbe.
Die Köpfe sind mit Splittern versehen, um eine große Wirkung gegen Menschen zu entfalten.
Das bedeutet, die Dinger sind so technisch versiert wie Silvester-Raketen.
Was in den Medien und der öffentlichen Meinung wenig beachtet wird: Die Hamas feuert seit dem Angriff dauerhaft diese Raketen zu tausenden Richtung israelischer Städte. Kommuniziert wird jedoch die „Bombardierung“ des Gazastreifens.
In Israel regnet es seit elf Tagen durchgehend Splitterraketen auf Moscheen, Schulen und Wohnhäuser. Es wird kaum adressiert.
Das bedeutet wiederum, dass derjenige, der die Rakete abgefeuert hat, die gestern auf dem Parkplatz des al-Ahli Krankenhauses hochgegangen ist, vermutlich gar nichts davon weiß. Die zünden die Dinger, lassen die Startrampe stehen und laufen weg.
Die Detonation auf dem Parkplatz sah stark aus. Doch das kam mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch den Sprengkopf. Sondern weil die Rakete noch so viel Sprit im Tank hatte. Was ein Indiz dafür ist, dass die Rakete noch nicht lange in der Luft war.
Solche „Querschläger“ gibt es ständig. Da muss nur eine Schweißnaht nicht sitzen, dann war es das.
Eine solche Rakete hinterlässt auf dem Asphalt eines Parkplatzes aber keine Krater. Sie ist auch nicht geeignet, um dicke Betonwände zu durchschlagen, geschweige denn ein Krankenhaus zum Einsturz zu bringen.
Der Sprit „verpufft“ in einem Feuerball. Was dramatisch aussieht, hinterlässt dabei aber eher Brandspuren als massive Zerstörungen.
Und das ist genau das, was man heute auf dem Trefferbild des Parkplatzes sehen kann.