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U.M.

October 18, 2023  · Shared with Public
ℹ Kassam-Raketen und Parkplätze
Ein Anstoß durch eine Fehlinterpretation kam gerade durch einen FB-Kommentar. Das ist vielen vielleicht gar nicht bewusst:
Die Hamas baut die Raketen selber. (Hisbollah nur zum Teil.)
Diese werden Kassam-Raketen genannt. Inzwischen gibt es verschiedene.
Diese Raketen sind ungelenkt.
Das bedeutet, man berechnet die ungefähre Reichweite anhand von Sprit, Flugbahn, Gewicht und Winkel, und dann geht es los.
Man geht davon aus, dass die Hamas dieses Know-How vom Iran hat. Aber es ist nicht so, als wenn es im Gazastreifen keine Ingenieure gäbe.
Die Köpfe sind mit Splittern versehen, um eine große Wirkung gegen Menschen zu entfalten.
Das bedeutet, die Dinger sind so technisch versiert wie Silvester-Raketen.
Was in den Medien und der öffentlichen Meinung wenig beachtet wird: Die Hamas feuert seit dem Angriff dauerhaft diese Raketen zu tausenden Richtung israelischer Städte. Kommuniziert wird jedoch die „Bombardierung“ des Gazastreifens.
In Israel regnet es seit elf Tagen durchgehend Splitterraketen auf Moscheen, Schulen und Wohnhäuser. Es wird kaum adressiert.
Das bedeutet wiederum, dass derjenige, der die Rakete abgefeuert hat, die gestern auf dem Parkplatz des al-Ahli Krankenhauses hochgegangen ist, vermutlich gar nichts davon weiß. Die zünden die Dinger, lassen die Startrampe stehen und laufen weg.
Die Detonation auf dem Parkplatz sah stark aus. Doch das kam mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch den Sprengkopf. Sondern weil die Rakete noch so viel Sprit im Tank hatte. Was ein Indiz dafür ist, dass die Rakete noch nicht lange in der Luft war.
Solche „Querschläger“ gibt es ständig. Da muss nur eine Schweißnaht nicht sitzen, dann war es das.
Eine solche Rakete hinterlässt auf dem Asphalt eines Parkplatzes aber keine Krater. Sie ist auch nicht geeignet, um dicke Betonwände zu durchschlagen, geschweige denn ein Krankenhaus zum Einsturz zu bringen.
Der Sprit „verpufft“ in einem Feuerball. Was dramatisch aussieht, hinterlässt dabei aber eher Brandspuren als massive Zerstörungen.
Und das ist genau das, was man heute auf dem Trefferbild des Parkplatzes sehen kann.
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Birgit Beck
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Israel nach diesem Vorfall seine Bodenoffensive wie geplant durchzieht. Bin mal gespannt, was da noch kommt.
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Stefan Kießling
Kann ich irgendwie nicht bestätigen, dass man von den Raketenangriffen zu wenig in den Nachrichten lesen kann. Lese ständig davon.
Gaza ist natürlich ständig präsent, weil dort von vornherein die humanitäre Lage prekär ist.
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Florian Fassbär
Das Wort „Sprit“ finde ich in diesem Zusammenhang etwas irreführend. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine pulverförmige, gepresste Mischung aus Kaliumnitrat und Zucker. Der geneigte Rocket Scientist nennt das auch „Composite-Treibstoff“.
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Stefan Reiss
Ah, danke für deine Einschätzung! Ich hatte die Entwicklung rund um diese Krankenhausmeldung gestern abend und heute vormittag verfolgt, bevor ich arbeitstechnisch dran gehindert war und war mich schon am Fragen, ob man den tatsächlichen Urheber ausknobeln kann. Und hoffte diesbezüglich dann schon sehr auf deine Expertise. Also nochmals: Danke!
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Mo Weber
Aber ist es nicht so dass unsere Medien von diesen Raketen kaum berichten weil es in Israel quasi keine Opfer gibt und nahezu alles abgefangen wird? Oder nicht trifft.
Ist halt nen Unterschied zu Tausenden Opfern im Gaza-Streifen.
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Isabell-Carmen Loch
U.M. Ich hoffe, dass es ok ist, wenn ich mal ne blöde Frage hab.
Wenn es so ist bzw. war wie Sie es hier beschreiben, können Sie sich erklären, warum Hananya Naftali (Israels Digital Spokeman) nach dem Reketeneinschlag auf X geschrieben hat, dass es die israelische Luftwaffe war? Er hat auch geschrieben, dass sich in dem Krankenhaus viele Hamas-Terroristen versteckt haben, die durch die Rakete alle oder fast tot sind.
Er hat den Tweet zwar wenig später wieder gelöscht, aber das viele genau auf diesen Tweet reagieren, kann ich schon irgendwie nachvollziehen.
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U.M. replied
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Nudelmann Richter
Nur zum Verständnis: Du schreibst "Sprit im Tank". Diese Kassam Raketen, die auf dem Bild zu sehen sind, scheinen für mich Feststoff-Raketen zu sein, also technisch grob vergleichbar mit denen, die aus den Grad-Raketenwerfern verschossen werden. Ohne den Nietenzähler heraushängen lassen zu wollen: Sprit wird im allgemeinen Sprachgebrauch eher mit flüssigen Substanzen in Verbindung gebracht. Ein Tank ebenso. Wenn irgendwo berichtet wird, die Raketen seien behelfsmäßig produziert unterschreibe ich das anhand des Aussehens auch. Mit improvisierten Mitteln Raketen mit Flüssigkeitsantrieb in nennenswerten Stückzahlen herzustellen und diese von vermutlich eher mau ausgebildetem Personal irgendwie sinnvoll abzuschiessen, halte ich für schlichtweg unmöglich. Auch wenn es nur ein technisches Detail ist und natürlich nicht die restliche Qualität und Aussage Deines Beitrages in Frage stellt, da auch diese sich aufgrund von technischen Mängeln usw. verirren können, rate ich dazu, den "Sprit" Treibsatz zu nennen. Und "verpuffen" tut dieser auch nicht. Sehr wohl erzeugt so ein Klumpen beim frühzeitigen Aufschlag einen Brand, wenn er zerbricht und die Reste des Treibsatzes umherschwirren, wie auf den von Dir gezeigten Bildern auch gut zu sehen ist. Diese Brocken brennen dann ab, ähnlich wie die Bestandteile von Feuerwerk. Wenn da brennbares herumsteht, wie Autos oder sowas, dann ergibt das ziemlich genau das gezeigte Schadensbild. Ob der Sprengkopf detoniert ist, kann ich nicht genau sagen, jedoch sieht man im Hintergrund geborstene Fensterscheiben und beschädigte Dächer. Das können Hinweise auf eine Detonation sein, zudem auch einige Autowracks aussehen, als hätten Sie Bekanntschaft mit umsetzendem Sprengstoff gemacht. Je nach Masse kann aber auch eine mit hoher Geschwindigkeit einschlagende Rakete eine gewisse Druckwelle erzeugen, die dann zu Schäden führt. Halte ich aber bei den "kleinen Pisselsdingern" für eher unwahrscheinlich. So, genug der Klugsch...erei, fand nur, Ihr solltet das wissen.
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Olaf Johannsen
Sieht ja sehr improvisiert aus um es mal vorsichtig auszudrücken. 🫣 Hätte mich auch nicht gewundert, wenn es sich um ein "false flag" gehandelt hätte.
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Sani Sahne
Danke für die Einordnung!
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Christine Kleinletzenberger
Es ist schwierig, in dem Durcheinander die Wahrheit rauszufinden als Laie. Außer diesen einen unumstößlichen Wahrheit: Israel lebt seit 10 Tagen unter dem ausgeprägtesten Terror, seitdem ich lebe. Hab heute mal versucht nur einen Wikipedia Eintrag über die Hisbollah zu lesen. Und der ist nur rudimentär.
  • 2y
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